Welche Umweltauswirkungen haben Einweg-Plastiktüten?

Ressourcenverbrauch und Klimawandel

In den 1950er Jahren gab es noch keine Plastiktüten. Dennoch konnten Kunden ihren Einkauf ohne größere Probleme erledigen, indem sie Einkaufskorb oder -tasche mit in den Laden brachten. Die einmalige Verwendung von Plastiktüten ist deshalb eine unnötige Verschwendung von Rohstoffen und ein Symbol unserer überflussgesellschaft. Plastiktüten werden in der Regel nur für einen kurzen Zeitraum genutzt – im Durchschnitt lediglich 25 Minuten [7]. Aufgrund der kurzen Nutzungsdauer müssen Plastiktüten für den Transport von Waren immer wieder neu produziert werden. Solche Verbrauchsmuster führen zur Herstellung enormer Mengen an Plastiktüten. Auf diese Weise fallen in Deutschland jährlich Plastiktüten mit einem Gesamtgewicht von 100.000 Tonnen an [4]. Gegenwärtig werden die meisten Plastiktüten noch aus fossilem Rohöl hergestellt, was den zunehmenden Verbrauch endlicher Ressourcen weiter befördert. Beginnend mit der Extraktion von fossilen Brennstoffen zur Herstellung, der Produktion und dem Transport der Tüten zu ihrem Ausgabeort werden die CO2-Emissionen bei einem Verbrauch von jährlich einer Billion Tüten auf 30,97 Millionen Tonnen geschätzt und der Klimawandel weiter angeheizt [8]. Aber auch der unnötige Einsatz von Energie und Wasser zur Herstellung könnte durch einen Verzicht auf Einwegtüten vermieden werden. Die Produktion von Plastiktüten ist zudem eine signifikante Quelle für photochemische Oxidantien, wenn die verwendeten Druckfarben Lösemittel enthalten.

berlintuetwas-fakten-statistik-3Wichtig ist, was mit Plastiktüten nach ihrem Gebrauch passiert. Denn durch die Nutzung des Tütenrohstoffs als Sekundärmaterial kann der Ressourcenverbrauch deutlich reduziert werden. Allerdings wird in Europa nicht einmal jede zehnte Plastiktüte recycelt, wodurch die Rohstoffe bei neun von zehn hergestellten Plastiktüten verloren gehen [4]. Werden Plastiktüten mit dem Restmüll verbrannt, können durch Verstromung Teile der für die Tütenherstellung eingesetzten Energie zurückgewonnen werden. Die Verbrennung von Plastiktüten führt in der Gesamtbetrachtung jedoch zu einer Klimabelastung, da die Energierückgewinnung in Müllverbrennungsanlagen deutlich niedriger ist als die zur Herstellung eingesetzte Energie.

Vor dem Hintergrund der Ressourcen-Effizienz ist der zunehmende Einsatz biologisch abbaubarer Einweg-Plastiktüten besonders problematisch. Der Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V. (bvse) attestiert Biokunststoffen in der Gesamtbetrachtung nicht nur eine mangelhafte Recyclingfähigkeit, sondern auch eine Behinderung des erfolgreichen werkstofflichen Recyclings anderer Kunststoffe. Wenn Verpackungen oder Plastiktüten aus Biokunststoffen in den „Gelben Sack“ gelangen und sich mit herkömmlichen Kunststoffen vermischen, lösen sich diese Substanzen bei den notwendigen Wasch- und Aufbereitungsprozessen auf und mindern so die Materialqualität der herkömmlichen Kunststoffe [9]. Aber auch beim biologischen Abbau von Plastiktüten gehen wertvolle Rohstoffe ohne Nutzen verloren, weil Sie ohne Nährstofffreisetzung oder Humusaufbau in CO2 und Wasser abgebaut werden.

berlintuetwas-fakten-teaser-3-2Besonders umweltschädlich ist das achtlose Wegwerfen von Plastiktüten in die Natur. Es beeinträchtigt nicht nur die Ökosysteme und gefährdet Lebewesen, sondern verursacht auch einen massiven Verlust an Ressourcen. Eine grobe Schätzung geht davon aus, dass für die Herstellung der in der EU pro Jahr deponierten Plastiktüten Strom von durchschnittlich 1,67 Atomkraftwerken notwendig ist [4].

Littering

Littering umschreibt das achtlose Wegwerfen und Liegenlassen von Abfall in der Umgebung. Dies ist im Falle von Plastiktüten besonders problematisch, weil Polyethylen (aus dem die meisten Plastiktüten hergestellt werden) durch seine hohe Beständigkeit gegen Säuren, Laugen und Chemikalien sehr langlebig und nicht natürlich abbaubar ist. Durch Sonneneinstrahlung kann PE spröde werden und zerfällt dann in immer kleinere Teile, wird jedoch nicht von Bakterien, Tieren oder Pflanzen zersetzt und in den natürlichen Kreislauf aufgenommen. Plastiktüten aus Polyethylen überdauern die transportierten Güter, wie z.B. Lebensmittel, um Jahrhunderte. Als Plastikmüll verschmutzt Polyethylen ohne fachgerechte Entsorgung die Umwelt.
Aber auch biologisch abbaubare Plastiktüten sind keine Alternative, weil sie sich in Wasser und in der Landschaft ähnlich schlecht zersetzen wie herkömmliche Plastiktüten [10].

Landschaftliches Littering

Neben Fast-Food-Verpackungen und unbepfandeten Einweg Getränkeverpackungen werden insbesondere Plastiktüten gelittert und beeinträchtigen das Erscheinungsbild öffentlicher Flächen in negativer Weise [11].
Die Verschmutzung des öffentlichen Raumes kommt in der Stadt ebenso wie in der Landschaft vor, macht sich aber vor allem als urbanes und suburbanes Phänomen bemerkbar. Von der Vermüllung sind Straßen, öffentliche Plätze, Parks und Wegränder besonders betroffen. Insbesondere dünnwandige und deshalb leichte Einweg-Tüten werden schnell vom Wind umhergeweht.
Der sogenannte „Blow Trash“ hängt zumeist an Bäumen, Zäunen oder Felsen und lässt mitunter ganze Landstriche vermüllt aussehen. Die Säuberung öffentlicher Räume von Plastikabfall verursacht nicht nur erhebliche Kosten, sondern stellt auch für Tiere ein Gefährdungspotential dar [12]. Land- und Meerestiere können Futter und Plastikmüll nicht voneinander unterscheiden und verhungern, wenn sich in ihren Mägen unverdaulicher Abfall befindet [13].

Marines Littering – Abfälle im Meer

berlintuetwas-fakten-teaser-3-1Abfälle im Meer stellen ein gravierendes ökologisches, ökonomisches und ästhetisches Problem dar. Plastikmüll macht etwa 70 Prozent des in marine Gewässer eingetragenen Abfalls aus und benötigt bis zu 450 Jahre zum vollständigen Abbau [13].

Dabei spielt es keine Rolle, ob Kunststoffe biologisch abbaubar sind oder nicht. In Wasser zersetzen sich kompostierbare Kunststoffe ebenso schlecht wie herkömmliche Kunststoffe [14].
Aufgrund der Materialbeständigkeit von Plastikabfällen zählen das Verheddern von Meereslebewesen in Müllteilen und die orale Aufnahme, mit dem Risiko des Erstickens und Verhungerns, zu den gravierendsten Problemen. Eine fünfjährige Studie in der Nordsee- Region ergab, dass 95 Prozent der untersuchten Seevögel Plastik in ihren Mägen aufwiesen [15]. Die Umweltschutzorganisation WWF hat über den Zeitraum von 1998 bis 2005 Informationen über marinen Abfall mittels des „Naturewatch Baltic Network“ gesammelt. Die jährlichen Berichte beschreiben die Abfallmengen, die an den Stränden und Küsten der Ostsee gefunden wurden. Plastikabfälle stellten durchschnittlich 30-60 Prozent des Abfallgewichts bzw. der Abfallprodukte dar, wobei in der Zusammensetzung Plastikflaschen und Plastiktüten dominierten [13]. Im Jahr 2010 wurden durch Freiwillige der Organisation „International Coastal Cleanup“ an deutschen Stränden der Nord- und Ostsee gelitterte Abfälle gesammelt und kategorisiert. Demnach wurden Plastiktüten nach Getränkeflaschen und Verschlüssen mit Abstand am häufigsten an Stränden gefunden [16].

Plastik und darunter auch Plastiktüten werden durch physikalische, biologische und chemische Zersetzung in immer kleinere Teile abgebaut. Die mikroskopisch kleinen Partikel (Mikroplastik) konzentrieren gefährdende Chemikalien in der marinen Umwelt sowie auf ihrer Oberfläche und stellen einen potenziellen Eintragspfad für diese Stoffe in das marine Nahrungsnetz dar [13]. Eine weitere negative Folge marinen Mülls sind die hohen Kosten der Abfallbeseitigung für betroffene Küstengemeinden und Wirtschaftszweige, einschließlich des Tourismus.

Einweg-Tüten im Vergleich – Welche Umweltauswirkungen haben Sie wirklich?

Hersteller und Vertreiber von Einweg-Plastiktüten bewerben viele ihrer neuen Produktkreationen als besonders umweltfreundliche Alternativen zu herkömmlichen Plastiktüten. Beispielsweise bewarben Aldi und REWE bis zum April 2012 biologisch abbaubare Plastiktüten unter anderem als „grün“, „nachhaltig“, „umweltfreundlich“, „CO2-neutral“ und „100% kompostierbar“.

Recherchen der Deutschen Umwelthilfe offenbarten jedoch, dass deren Umweltbilanz keinesfalls besser, sondern eher schlechter ausfiel als Plastiktüten aus Rohöl [17]. Inzwischen haben Aldi und REWE biologisch abbaubare Plastiktüten aus dem Angebot genommen. Da die Unsicherheit bezüglich der tatsächlichen Umweltperformance gängiger Einweg-Tütentypen groß ist, werden im folgenden Kapitel handelsübliche Einweg-Tüten ökologisch bewertet. Ein Vergleich der Umweltauswirkungen unterschiedlicher Einweg-Tüten ist im Einzelfall immer von diversen Faktoren abhängig, wie z.B.:

  • vom Einsatz der Rohstoffe,
  • vom Ressourcen- und Energieverbrauch durch die Produktion,
  • vom Gewicht des Produktes,
  • von der Wiederverwendung oder anderweitigen Nutzung,
  • von der Entsorgung etc.

Aufgrund der Vielzahl zu berücksichtigender Einflussfaktoren kann es im Einzelfall immer zu Abweichungen von allgemeinen Aussagen zur Umweltperformance unterschiedlicher Plastik-Tütentypen kommen. Dies schränkt die Verbindlichkeit entsprechender Aussagen ein, gleichwohl gibt es übereinstimmende Ergebnisse wissenschaftlicher Untersuchungen, die Tendenzen erkennen lassen.

Einweg-Plastiktüten aus Polyethylen

03-tuete-polyethylenDer überwiegende Teil handelsüblicher Einweg-Plastiktüten wird aus dem Kunststoff Polyethylen hergestellt und als Rohstoffquelle in der Regel Neugranulat aus fossilem Rohöl verwendet [4]. Bei einer einmaligen Nutzung und einem nicht statt findenden Recycling schneiden Polyethylen- Tüten sowohl beim fossilen Ressourcenverbrauch, als auch hinsichtlich des Beitrages zum Klimawandel sehr schlecht ab. Ursache hierfür ist der Verbrauch begrenzter fossiler Rohstoffe und die Freisetzung zuvor gebundenen Kohlendioxids in die Atmosphäre. Berücksichtigt man, dass die meisten dünnwandigen Plastiktüten aus Polyethylen mit hoher Dichte (HDPE) aus Asien stammen, verschlechtert sich die Ökobilanz zusätzlich in den Bereichen Versauerung, Sommersmog und Humantoxizität. Grund hierfür sind die langen Transportdistanzen und der hohe Anteil an Kohle des zur Produktion verwendeten Stroms [10].

Einweg-Tüten aus Polyethylen belasten die Umwelt unnötigerweise und sind keine ökologisch verträgliche Tragetasche. Allerdings können Plastiktüten aus Low Density Polyethylene mit einer besonders dicken Wandstärke mehrfach genutzt werden und eine bessere Ökobilanz aufweisen.

Einweg-Plastiktüten aus biologisch abbaubaren Kunststoffen

Pro Geschäft eine Plastiktüte – vielfach werden sie im Handel umsonst verteiltVergleichende Untersuchungen ergaben, dass biologisch abbaubare Plastiktüten mit Anteilen nachwachsender Rohstoffe in der Gesamtbetrachtung die höchsten Umweltauswirkungen aufweisen und damit die schlechteste Einweg-Tütenvariante darstellen [4]. Für biologisch abbaubare Plastiktüten wird häufig eine Mischung aus erdölbasierten und nachwachsenden Rohstoffen verwendet – und zwar aus maisbasierter Polymilchsäure (PLA) und einem fossilen Kunststoff, wie beispielsweise Ecoflex der Firma BASF. Damit eine Tragetasche reißfest bleibt, ist es nach Informationen von Plastiktütenherstellern nicht möglich mehr als 30 Prozent des nachwachsenden Rohstoffes PLA in Tragetaschen zu verwenden. Das bedeutet, dass der Anteil an fossilem Rohöl in biologisch abbaubaren Plastiktüten doppelt so hoch sein kann wie der Anteil nachwachsender Rohstoffe. Dies wirkt sich besonders negativ auf die Ökobilanz aus, weil die schlechten Eigenschaften der erdölbasierten Kunststoffe mit den schlechten Eigenschaften der Kunststoffe aus nachwachsenden Rohstoffen vereint werden. Einerseits führen sie nicht zum vollständigen Ersatz von fossilen Rohstoffen. Anderseits verursachen sie beim aufwändigen landwirtschaftlichen Anbau von Energiepflanzen stärkere Umweltauswirkungen (z.B. Naturraumbeanspruchung, Eutrophierung, Versauerung, Ökotoxizität sowie höhere Energie- und Wasserverbräuche). Hinzu kommt, dass biologisch abbaubare Plastiktüten aus der Haushaltssammlung nicht recycelt werden, weil sie als Post-Consumer-Abfall (Abfälle aus Haushaltungen) nur eingeschränkt recyclingfähig sind und das Recycling herkömmlicher Kunststoffe behindern [18].

03-tuete-kompostierbarLaut dem Umweltbundesamt ist die Kompostierung biologisch abbaubarer Plastiktüten der umweltschädlichste aller Entsorgungswege [19]. Die Kompostierung einer PLA-Plastiktüte trägt weder zum Aufbau von Humus bei, noch werden pflanzenverfügbare Nährstoffe zur Verfügung gestellt. Tatsächlich würden sich PLA-Produkte bei einer vollständigen Kompostierung in CO2 und Wasser auflösen. Damit wären diese Rohstoffe für ein Recycling zur Herstellung neuer PLA-Produkte verloren – und zwar ohne jeglichen Zusatznutzen, weder für den Kompost, noch für die Umwelt.

Biologisch abbaubare Tragetaschen werden gemäß einer DUH-Umfrage unter deutschen Kompostierungsbetrieben in der Regel nicht kompostiert. Sie stellen nach Aussagen der Anlagenbetreiber bei der Kompostierung Störstoffe dar und werden in den Kompostierungsanlagen aussortiert und anschließend verbrannt [17]. Biologisch abbaubare Plastiktüten aus Maisstärke stellen ebenso wie solche aus PLA-Mischkunststoffen keine umweltfreundliche Variante zu rohölbasierten Plastiktüten dar [10, 20, 21, 22]. Der aufwendige landwirtschaftliche Anbau von Nutzpflanzen, die mangelnde Recyclingfähigkeit als Post-Consumer-Abfall und die Ressourcen-Ineffizienz einer Kompostierung führen zu einer besonders negativen Umweltbilanz. Darüber hinaus verschlechtert sich die Ökobilanz biologisch abbaubarer Plastiktütenoft dadurch, dass deren Folie dickwandiger sein muss, um dieselbe Reißfestigkeit wie rohölbasierte Tüten zu erreichen [23].

Einweg-Plastiktüten aus nachwachsenden Rohstoffen

Viele Tüten für den Einkauf – und morgen werden neue genutztDeutsche Plastiktütenhersteller beginnen inzwischen mit der Produktion von Polyethylen-Plastiktüten aus nachwachsenden Rohstoffen. Dabei wird hauptsächlich Zuckerrohr aus Brasilien zu Ethanol verarbeitet, woraus im Anschluss der herkömmliche Kunststoff Polyethylen hergestellt wird [24]. Hersteller bewerben diese Tüten als besonders umweltfreundlich und klimaneutral. Richtig ist jedoch nur, dass der reine Pflanzenrohstoff (Zuckerrohr) in Tragetaschen aus sogenanntem „Bio-Polyethylen“ klimaneutral ist. Die rohstoff- und energieintensive industrielle Agrarwirtschaft und Verpackungsherstellung verursachen entlang des Lebenszyklus der „Bio-PE-Tüte“ jedoch Klimagasemissionen (CO2, Methan- oder Lachgas) in erheblichem Ausmaß [25]. Denn sowohl bei der Herstellung des „Bio-PEMaterials“ (angefangen beim Anbau der nachwachsenden Rohstoffe bis zur Herstellung des Kunststoffgranulats) als auch bei den Transporten und der Entsorgung der Tragetaschen entstehen CO2-Emissionen. Zudem wird für „Bio-PETüten“ ausschließlich Neumaterial eingesetzt.

03-tuete-nachwachsenÖkobilanzen zeigen, dass Kunststoffe aus nachwachsenden Rohstoffen in einer gesamtökologischen Betrachtung oft sogar noch negativere Umweltauswirkungen nach sich ziehen als erdölbasierte Kunststoffe [26]. Zwar weisen „Bio-PE-Tüten“ Vorteile in den Umweltwirkungskategorien Klimawandel, Sommersmog und fossiler Ressourcenverbrauch auf [21]. In den Wirkungskategorien Versauerung, terrestrische/aquatische Eutrophierung, Wasserverbrauch und Feinstaubemissionen (mit humantoxischer Wirkung) weisen „Bio-PE-Tüten“ jedoch deutlich höhere Umweltauswirkungen auf als Tragetaschen aus fossilem LDPE [21]. Polyethylentüten aus nachwachsenden Rohstoffen, wie z.B. aus Zuckerrohr, weisen in der Gesamtbetrachtung aller Umweltauswirkungen keine erheblichen Vorteile gegenüber solchen aus fossilem Rohöl auf und sind somit keine umweltfreundliche Alternative.

Einweg-Plastiktüten mit hohen Recyclinganteilen

03-tuete-rc-anteilenEinweg-Plastiktüten aus Polyethylen mit Recyclinganteilen von mindestens 70 Prozent besitzen gegenüber allen anderen Einweg-Tütentypen ökologische Vorteile [21, 22]. Durch ein Recycling lassen sich die Umweltauswirkungen von Einwegtüten zwar reduzieren, aber nicht kompensieren. Durch das Recycling von Polyethylen können die CO2-Emissionen bei der Herstellung um 45 Prozent reduziert werden. Dennoch werden für die Produktion einer einzigen Tonne Polyethylen aus Recyclingmaterialien immer noch 780 kg CO2 emittiert [27]. In Deutschland werden zwar Kunststofftüten im Rahmen der haushaltsnahen Wertstoffsammlung (in der gelben Tonne) recycelt, aber längst nicht alle Tüten. Viele Plastiktüten landen entweder als nicht getrennter Verpackungsmüll oder als Müllbeutel im Restmüll, so dass ein Recycling ausgeschlossen ist. Die beste Plastiktüte ist folglich die, die gar nicht erst entsteht.

Einweg-Papiertüten

03-tuete-aus-papierTragetaschen aus Papier sind aus ökologischer Sicht nicht generell besser als solche aus Kunststoff, denn für sie sind besonders lange und damit reißfeste Zellstofffasern notwendig, welche zuvor mit Chemikalien behandelt werden müssen [5]. Papiertüten sind in der Regel schwerer als Plastiktüten, weil deren Wandstärke dicker sein muss, um dieselbe Reißfestigkeit zu besitzen. Dadurch muss zum einen mehr Material pro Tüte eingesetzt werden und zum anderen entstehen erhöhte Emissionen beim Transport. Durch den Einsatz von Recyclingpapier und das abermalige Recycling nach der Verwendung kann die Umweltbilanz von Papiertüten jedoch verbessert werden. Ohne Anteile an Sekundärmaterial und ein Recycling wird eine Papiertüte im Vergleich zu einer rohölbasierten Plastiktüte erst dann ökologisch interessant, wenn diese drei bis vier Mal wiederbenutzt wird [10].

Ausgangslage

Zahlen und Fakten zu Plastiktüten

Eine Alternative: Mehrweg-Tragetaschen

Maßnahmen zur Reduzierung des Plastiktütenverbrauches

Positionen deutscher Parteien zur Nutzung von Einweg-Plastiktüten


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